Ringen

„Hammerharter“ Liga-Auftakt für den KSV Witten 07 in der 2. Bundesliga -

Meister, Vizemeister und Viertplatzierter zum Auftakt

Zwei Jahre war der KSV Witten aus den Elite-Ligen des Deutschen Ringer-Bundes – der 1. und 2. Bundesliga – verschwunden, jetzt ist der Traditionsverein wieder im „Konzert der Großen“ dabei. Zwei Gruppen in der ersten Bundesliga und deren drei in Liga zwei organisiert der deutsche Spitzenverband für Ringkampfsport, DRB.

 

Mit der überlegenen Oberliga-Meisterschaft qualifizierte sich der siebenmalige Deutsche Meister für die 2. Bundesliga und wurde der Gruppe Mitte zugeordnet – geografisch durchaus korrekt. Der Schwerpunkt dieser Gruppe liegt jedoch ganz klar im hessisch-bayerischen Raum, vornehmlich rund um Aschaffenburg, wo im Umkreis von 50 km gleich sechs Vereine beheimatet sind. Zwei NRW-Vereine waren im letzten Jahr dabei und werden es auch 2011 sein: der TV Aachen-Walheim, ein ehemaliger Erstligist, erreichte einen starken dritten Rang, der KSV Germania Krefeld musste die Liga indes nach nur einem Jahr Zugehörigkeit wieder verlassen.

 

Witten für Krefeld in der Liga

 

Diesen Platz nimmt nun der KSV Witten 07 ein, der natürlich dieses Schicksal nicht teilen mag. Aber: Schwer wird’s allemal, denn in den Klassen auf Bundesebene weht naturgemäß ein stärkerer Wind. Die Wittener Ringer haben die Vorbereitungen längst begonnen und arbeiten mit den Trainern Frank Weniger und Selim Sari hart daran, das „Projekt 2. Bundesliga“ erfolgreich zu gestalten. Ein „gesicherter Mittelfeldplatz“ lautet die Zielsetzung – mehr dürfte realistisch wohl nicht möglich sein. Denn die Konkurrenz scheint – zumindest teilweise – fast übermächtig für einen Aufsteiger, schaut man nur das Auftaktprogramm der Wittener an.

Standorte unserer Gegner
Ligeneinteilung 2011 2-Bundeliga.pdf
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Der KSV hat sich nur mäßig verändert oder verstärkt – eher ergänzt. Aus Duisdorf kam Kevin van Rienen (82 kg gr.-r.), der bereits Bundesliga-Erfahrung besitzt, aus WalheimRabbia Khalil (74 kg, gr.-r.), der dort ebenfalls in der 2. Bundesliga kämpfte. Die Ex-Wittener Ibro Cakovic und Alexander Storck (68 kg, gr.-r. und Freistil) fanden den Weg aus Krefeld zurück an die Ruhr. Eher zufällig war der Zugang des starken Georgiers Archil Gigauri (74 kg, Freistil), der in Bochum studiert. „Stand by“ für den Eventualfall stehen weiterhin Sebastian Kauer und Pjotr Pankow, die beide Familie und Beruf den Vorrang geben. Ganz auf seinen Beruf konzentriert sich jetzt Pjotr Demjanow, der jedoch weiterhin als Trainer am Stützpunkt Witten tätig bleiben wird.

 

Liga-Start am 27.August beim KSC Niedernberg

Da ist zu Beginn, am 27. August, gleich der Vizemeister der letzten Saison, der KSC Niedernberg, Gastgeber des KSV. Zwei Punkte weniger als der Meister RWG Mömbris-Königshofen 2 verbuchte der KSC am Ende der Saison und hat auch in diesem Jahr eine Staffel, die mit guten nationalen Ringern, einigen ausländischen Spitzenringern und interessanten Neuzugängen besetzt ist: u.a. den Deutschen Vize-Juniorenmeister Waldemar Peil zog es vom Nachbarn TSG Herdecke zu den Hessen. Außerdem wird es ein Wiedersehen geben mit den ehemaligen Wittener Bundesligaringer Feti Karakas, der ob seiner Kampfkraft und seines Einsatzes ein Publikumsliebling in der Husemannhalle war.

Eine Woche später dürfte es für die Ringer aus der Ruhrstadt noch eine Nummer härter werden, wenn sie sich bei der Zweitvertretung des deutschen Vizemeisters 2011, RWG Mömbris-Königshofen, vorstellen. Der Verein ist durch hervorragende Nachwuchsarbeit bekannt, die „wilden Jungen“ mit Ringern fast ausnahmslos aus der Region, sorgten eine Zeit für Furore in Liga eins. Sie verstärkten sich zuletzt aber auch gut im Ausland, so dass die Vizemeisterschaft kein Zufall war. Und aus diesem riesigen Kader von Talenten, gestandenen deutschen Bundesliga-Akteuren und Klasse-Ringern aus dem Ausland wurde in der letzten Saison auch die Zweitliga-Mannschaft bedient, die insofern absolut Erstliga-tauglich war. Und schwächer geworden ist der RWG-Kader in diesem Jahr wohl eher nicht …

 

Erster Heimkampf gegen SC "Siegfried" Kleinostheim

Am dritten Kampftag – 10. September – dann die erste Begegnung auf heimischer Matte für den KSV Witten: gegen den letztjährigen Vierten der 2. Liga Mitte, den SC „Siegfried“ Kleinostheim, dürfte es auch in der Husemannhalle nur unwesentlich einfacher werden. Die Hessen haben immer wieder Talente hervorgebracht, Meister und Medaillengewinner in der Jugend, die teilweise jetzt bei Erstliga-Vereinen ringen, einige von ihnen aber weiterhin in Kleinostheim. So Christian Kotschner oder Jan Gündling, beide in der 68 kg-Klasse zu Hause, oder Michael Hofbeck, 96 / 120 kg. Dazu kommen einige starke ausländische Akteure, vor allem in den schweren Gewichtsklassen. Als Neuzugänge stellte „Siegfried“ Kubilay Cakici, den Jüngsten aus der Mainzer Ringer-Dynastie, sowie Tobias Schröder (Hösbach) und Tim Zewetzki (Groß-Zimmern) vor.

 

Gegen TV Walheim müsste für den KSV schon einiges klar sein...

Nach dem vierten Kampf müsste für den Aufsteiger KSV Witten dann schon einiges klar sein: wo stehen wir, können wir mit den „Großen“ der Liga mithalten, geraten wir in Abstiegsgefahr? Denn auch Kampf Nr. vier führt gegen einen Hochkaräter: TV Aachen-Walheim, seit 1975 in der 2. Bundesliga, erstmals 1978 in Liga eins, danach immer mal wieder und in der letzten Zweitliga-Saison Tabellen-Dritter. Zuletzt kämpfte der KSV Witten noch im Jahr 2008 gegen den TV – in der 1. Bundesliga. Der Weg der Walheimer als Tabellenletzter ging in Liga zwei, der des KSV (als 6. der Liga) ist bekannt. Walheim hat mit u.a. Neuzugang Denis Novakov (aus Köln-Mülheim), dem Deutschen Meister 2010 Yasar Yamali, Kazim Aras, dem Ex-Junioren-EM und den Gebrüdern Peter und Martin Otto aus der Walheimer „Otto-Dynastie“ starke Ringer in ihren Reihen. Hinzu kommen eine Reihe von Athleten aus Ungarn, Bulgarien und Rumänien, so dass dem Club aus dem Eifel-Vorland auch in dieser Saison wieder einiges zuzutrauen ist.

 

...ehe es dann zu den (vermeintlich) leichteren Gegnern geht

Das „dicke Paket“ kommt also gleich zu Beginn, die Liga-Tauglichkeit des KSV Witten könnte sich in den ersten vier Begegnungen schon beweisen (oder eben nicht …). Denn ebenso kann sein, dass die Weniger-Schützlinge dann erst einmal mit 0:8 Punkten notiert sind – ehe es zu den vermeintlich leichteren Gegnern geht. Ausdrücklich: „vermeintlich“!

 

Denn drei dieser Mannschaften waren schon KSV-Gegner in früheren Bundesliga-Zeiten, sie haben Tradition, eine gute Nachwuchsarbeit und sind auch heute noch (oder wieder) in der deutschen Ringer-Elite vertreten.

 

 

KSC Hösbach (mit den Deutschen Meistern Tahir Zaidov - 55 gr.-r. - und Kevin Schwäbe - 96 kg frei. - sowie die neu verpflichteten Bundesliga-Akteuren Gabriel Seregelyi - aus Köllerbach - und Timur Seidel - aus Mainz),

 

 

 

KSV Seeheim (mit starken ausländischen Kämpfern in den mittleren Gewichts-klassen) und 

 

 

Mit-Aufsteiger AV Schaafheim (Silbermedaillengewinner Rifat Yildiz ist dort Trainer) sind für Witten derzeit nicht auszurechnen.

 

 

 

Dazu noch die Teams des TSV Burgebrach (mit dem Ex-Annener Dragan Markovic) und 

 

 

des TSV Gailbach (mit dem aktuellen zweifachen Europameister Opan Sat aus Russland und Neuzugang: Sascha Büchner aus Hof, Vizemeister Felix Radinger wechselte nach Bonn-Duisdorf) – eine illustre Liga wartet also auf den KSV Witten 07.

Ringer, Trainer, Vorstand und Fans des KSV sind gleichermaßen gespannt, was die neue Saison in neuer Umgebung bringt. Das erste Jahr überstehen, dann kann man sich orientieren.

 

Schwer genug wird’s werden …



KSV-Reserve startet wieder in der Ringer-Bezirksliga - Vorjahres-Vizemeister strebt den Aufstieg an - Mit Gastringern vom KSV Erkenschwick - Vier Freitags-Kämpfe in der Ostermannhalle

 

In der vergangenen Saison hatte nicht nur die Oberligamannschaft des KSV etwas zu feiern, nämlich Meisterschaft und Aufstieg in die 2. Bundesliga, auch die neu aufgestellte Reserve der Wittener konnte sich über die Vizemeisterschaft der Bezirksliga freuen. Zwar mit sieben Punkten Rückstand auf den unbesiegten Meister Westerfilde, aber auch mit sieben Punkten Vorsprung vor dem Drittplatzierten VfK Lünen-Süd II kamen die Schützlinge der Betreuer Matthias Blum und Wilfried Lutter ins Ziel.

 

Auf ein Neues heißt es in dieser Saison: die Zweitliga-Staffel hat’s schwer, wird sich in der neuen Umgebung erst einmal akklimatisieren und etablieren müssen; die 2. KSV-Mannschaft dagegen kann sich nach dem zweiten Platz 2010 diesmal in Richtung Meisterschaft orientieren. Einfach wird auch das nicht, doch die Chance dürfte auf jeden Fall da sein. Zehn Mannschaften sind diesmal in der Bezirksliga, Gruppe Ost, am Start: nach dem Aufstieg des überlegenen Meisters ASV Mevlana Westerfilde in die Landesliga und dem Rückzug der Zweitvertretung des KSV Gütersloh in der Vorsaison kommen in diesem Jahr der Essener Traditionsverein Germania Altenessen sowie die 2. Mannschaft des KSV Kirchlinde hinzu.

 

Die Serie der Bezirksliga startet eine Woche nach Beginn der 2. Bundesliga am ersten September-Wochenende. Den Beginn macht die KSV-Mannschaft, die am Freitag, 2.9., Jahn Marten II empfängt. Überhaupt Freitag: die Wittener haben sich bemüht, die Heimkämpfe der Reservemannschaft immer auf Freitag zu legen, wenn die nicht zusammen mit dem Bundesliga-Team in der Husemannhalle aufläuft. Fünf Begegnungen werden samstags als Vorkampf zu den Zweitliga-Begegnungen stattfinden, an vier Tagen – freitags – kämpfen die KSV-Reservisten in der Ostermannhalle. Beginn wird jeweils 20.30 Uhr sein.

 

Nachdem es im Vorjahr immer wieder mal Personalsorgen gab, dürfte es in diesem Jahr besser aussehen. Einige jugendliche Ringer sind jetzt in dieser Mannschaft startberechtigt, hinzu kommen Gastringer des KSV Erkenschwick, der in dieser Saison keine Mannschaft stellt. Allein die größere personelle Auswahl dürfte ein Vorteil für den KSV auf dem angestrebten Weg Richtung Landesliga sein.

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